Es gibt diese Momente in einer Praxis, in einem MVZ, in einem Unternehmen, die niemand auf einer Tagesordnung findet. Sie passieren zwischen den Zeilen. In einer halben Sekunde Schweigen, bevor jemand antwortet. In einem Blick, der ausweicht. In einem Tonfall, der freundlich ist und doch nicht warm. In dem leichten Zögern, mit dem eine Mitarbeiterin den Behandlungsraum betritt, in dem ihre Kollegin gerade arbeitet.
Du spürst es als Führungskraft. Nicht jeden Tag, aber in den ruhigen Momenten, wenn du auf dem Weg nach Hause noch einmal über den Tag nachdenkst. Da ist etwas. Etwas, das in der Luft hängt und sich schwerer anfühlt, als es sollte. Und du weißt: Eigentlich müsstest du es dringend ansprechen.
Aber du tust es nicht. Heute nicht. Morgen denkst du, morgen ganz sicher. Oder lieber doch erst nächste Woche, wenn die Praxis ruhiger läuft. Es gibt immer einen Grund, warum heute nicht der richtige Tag ist. Der Personalmangel, der ohnehin alle Reserven auffrisst. Die neue Software, die niemand wirklich beherrscht. Die Patientin, die sich beschwert hat. Das Quartalsende, das den Kopf füllt. Und so legt sich über die unausgesprochene Spannung Schicht für Schicht ein Alltag, der lauter ist als sie.
Du redest dir ein, dass es klüger ist, abzuwarten. Vielleicht erledigt es sich von allein. Vielleicht war es nicht so wichtig. Vielleicht hast du es überinterpretiert. Doch tief in dir weißt du, dass keine dieser Vermutungen stimmt. Spannungen, die du wahrnimmst, lösen sich nicht durch Warten. Sie verändern nur ihre Form. Sie ziehen sich zurück und arbeiten dort weiter, wo du sie nicht mehr siehst – im Schweigen deiner Mitarbeitenden, in den kleinen Distanzen, die zwischen Menschen wachsen, die sich eigentlich mögen, in der Energie, die jeden Tag ein wenig leiser wird.
Und während du es weg legst, geschieht etwas, das du in diesem Moment nicht siehst – und das später teurer wird, als du dir vorstellen kannst.
Die unsichtbare Kostenstelle
Ungelöste Spannungen sind die wahrscheinlich am stärksten unterschätzte Kostenstelle im Gesundheitswesen. Sie tauchen in keiner BWA auf. Kein Steuerberater fragt nach ihnen. Keine KV-Statistik erfasst sie. Und doch fließt durch sie Tag für Tag Geld ab. Mehr noch: Es fließt Energie ab. Vertrauen. Bindung. Und – das wird oft übersehen – Sicherheit für dein Team und deine Patient:innen.
Friedrich Glasl, einer der bedeutendsten Konfliktforscher des deutschsprachigen Raums, hat mit seinem Modell der neun Eskalationsstufen etwas beschrieben, das jede:r, der einmal in einem Team gearbeitet hat, instinktiv kennt. Sein Befund ist unbequem, aber er ist heilsam in seiner Klarheit:
Konflikte haben eine Eigendynamik. „Wer sie ignoriert, befördert sie – auf die nächste Eskalationsstufe.“
– Friedrich Glasl
Diese Eigendynamik ist nichts Mystisches. Sie folgt einer fast tragischen Logik. Was nicht ausgesprochen wird, sucht sich einen anderen Weg. Es wandert. Vom Behandlungszimmer in die Kaffeeküche. Vom direkten Anlass in die generelle Erzählung über „die da oben“, „die Neue“, „die Frau Doktor, die heute mal wieder…“. Aus einem konkreten Punkt wird eine Geschichte. Aus einer Geschichte werden Lager. Aus Lagern wird Kultur. Aber eine, die du nicht möchtest. Eine Kultur der Eigendynamik, der Schatten, der unausgesprochenen Verträge. Eine Kultur, in der nicht mehr das Wort regiert, sondern das Schweigen. In der die Wahrheit nicht im Gespräch lebt, sondern im Flurfunk. In der Vertrauen langsam durch Misstrauen ersetzt wird, ohne dass jemand den Moment benennen könnte, in dem es gekippt ist.
Und das ist der Moment, in dem es wirklich teuer wird. Denn ab da geht es nicht mehr um den ursprünglichen Konflikt. Es geht um Identität. Um Zugehörigkeit. Um die Frage, auf welcher Seite jemand steht. Und genau dann ist das offene Gespräch, das vor Wochen oder Monaten zwanzig Minuten gebraucht hätte, plötzlich ein Projekt, das Wochen verschlingt.
Die zwei Gesichter der Konfliktkosten
Wenn wir über die Kosten ungelöster Spannungen sprechen, neigen wir dazu, in zwei Sprachen gleichzeitig zu reden, ohne es zu merken. Die eine Sprache ist die der Zahlen. Die andere ist die des Erlebens. Beide sind wahr. Und beide gehören zusammen, denn sie bedingen sich.
Beginnen wir mit den Zahlen, weil sie greifbar sind.
Die Konfliktkostenstudie der KPMG, die seit Jahren immer wieder zitiert wird, hat nachgewiesen, dass Führungskräfte zwischen dreißig und fünfzig Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Bearbeitung von Konflikten verbringen. Die meisten merken es nicht. Sie nennen es Personalfragen. Klärung. Gespräche. In Wahrheit ist es das Aufräumen dessen, was Wochen vorher schon hätte angesprochen werden können.
In Gesundheitsbetrieben kommt eine besondere Schärfe hinzu. Hier arbeiten Menschen unter hoher emotionaler und körperlicher Belastung in räumlicher Enge zusammen. Eine Spannung am Empfang ist binnen Minuten im Behandlungszimmer angekommen. Eine Verstimmung zwischen zwei Pflegekräften prägt eine ganze Schicht. Ein Konflikt zwischen Praxisinhaberin und Praxismanagerin breitet sich über die Teambesprechung aus, auch wenn niemand ihn benennt.
Hinzu kommen die Posten, die im Praxisalltag besonders weh tun. Fehlzeiten, die nicht durch eine Erkältungswelle erklärbar sind. Innere Kündigung, die du daran erkennst, dass jemand zwar pünktlich kommt, aber nicht mehr da ist. Und am Ende: Fluktuation. Eine erfahrene MFA, eine eingearbeitete ZMV, eine Pflegefachkraft, die geht, kostet das Sechs- bis Zwölffache eines Monatsgehalts. Wenn du Recruiting, Einarbeitung, Wissensverlust und die Zeit, in der das Team das Loch kompensieren muss, ehrlich zusammenrechnest. In Zeiten von Fachkräftemangel ist sie zudem nicht garantiert ersetzbar.
Das sind die Zahlen. Und sie sind beunruhigend genug.
Doch sie erzählen nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte spricht eine andere Sprache. Die des Erlebens. Und die wiegt schwerer.
Amy Edmondson, Harvard-Professorin und eine der einflussreichsten Stimmen zur Frage, was gute Teams ausmacht, hat über Jahrzehnte hinweg untersucht, was den Unterschied macht zwischen Teams, die funktionieren, und Teams, die wirklich tragen. Ihre Antwort hat ein Wort: psychologische Sicherheit.
Edmondson hat in ihrer Forschung über Jahrzehnte hinweg gezeigt, dass Teams mit hoher psychologischer Sicherheit mehr lernen, Fehler früher erkennen und ehrlicher miteinander umgehen. Sie selbst spricht von einem hohen „learning quotient“ – einer Lernfähigkeit, die in unsicheren Zeiten den Unterschied zwischen Anpassung und Lähmung macht.
Genau hier liegt die unterschätzte Tragweite ungelöster Spannungen im Gesundheitswesen. Wo Menschen nicht offen miteinander sprechen, sinkt nicht nur die Stimmung. Es sinkt auch die Patientensicherheit.
Lass diesen Satz einen Moment wirken.
Wer den Übergabe-Hinweis aus Angst vor einem Konflikt nicht ausspricht. Wer eine Beobachtung lieber für sich behält, weil „die Frau Doktor heute schlechte Laune hat“. Wer eine Unsicherheit nicht meldet, weil das Team ohnehin schon unter Strom steht. Wer eine Frage zurückhält, weil sie als Schwäche ausgelegt werden könnte. All diese Dinge tragen unbewusst zu einem Risiko bei, das niemand möchte.
Und das vielleicht Bitterste: Genau die Mitarbeitenden, die du am liebsten halten würdest – die mit Haltung, mit Kompetenz, mit einem hohen Anspruch an sich selbst und an ihre Arbeit – sind oft die ersten, die innerlich aussteigen, wenn Konflikte ungelöst bleiben. Nicht weil sie konfliktscheu wären. Im Gegenteil. Sondern weil sie ihre Energie nicht in einem Umfeld investieren wollen, in dem nicht offen gesprochen wird. Sie suchen sich einen Ort, an dem ihr Engagement gewürdigt und ihre Wahrnehmung ernst genommen wird. Und solche Orte gibt es. Auch in der Gesundheitsbranche.
Warum unser Gehirn das offene Gespräch vermeidet
Wenn die Kosten so eindeutig sind, warum scheuen so viele Führungskräfte das klärende Gespräch? Die Antwort liegt selten in fehlender Kompetenz. Sie liegt tiefer. Und sie ist – und das ist eine gute Nachricht – neurobiologisch erklärbar.
David Rock, Mitbegründer des NeuroLeadership Institute, hat mit dem SCARF-Modell beschrieben, was unser Gehirn in sozialen Situationen als Bedrohung registriert. Fünf Dimensionen sind es: Status, Sicherheit (Certainty), Autonomie, Beziehung (Relatedness) und Fairness. Sein Befund hat eine Wucht, die viele Führungskräfte zum ersten Mal richtig nachvollziehbar macht, warum sie sich vor diesen Gesprächen so unangenehm fühlen.
„Das Gehirn behandelt soziale Bedrohungen mit denselben Schaltkreisen wie körperliche Schmerzen.“
– David Rock
Lies das noch einmal. Soziale Bedrohung wird im Gehirn verarbeitet wie Schmerz. Das heißt: Wenn du das Gespräch mit deiner Mitarbeiterin scheust, ist das nicht Charakterschwäche. Es ist ein neurobiologisches Programm, das dich zu schützen versucht. Dein Körper reagiert auf die Vorstellung des Gesprächs, als würdest du dich verletzen. Kein Wunder, dass du es weglegst.
Das Problem: Vermeidung schützt nicht. Sie verschiebt den Schmerz nur in die Zukunft – und macht ihn dort größer. Was heute eine schwierige halbe Stunde gewesen wäre, wird in drei Monaten ein zweistündiges Krisengespräch. In sechs Monaten ein Aufhebungsvertrag. In zwölf Monaten ein Kulturproblem, das das ganze Team belastet.
Die wahre Kunst der Führung liegt nicht darin, keine Angst vor diesen Gesprächen zu haben. Sie liegt darin, sie trotzdem zu führen. Und vor allem: sie so zu führen, dass beide Seiten nicht verletzter, sondern entlasteter aus dem Raum gehen.
Drei Säulen, die ein Klärungsgespräch tragen:
Aus der Hirnforschung und aus jahrelanger Begleitung von Führungskräften im Gesundheitswesen kristallisiert sich eine einfache Erkenntnis heraus: Menschen brauchen drei Dinge, um in Spannungssituationen handlungsfähig und beziehungsfähig zu bleiben. Autonomie. Beziehung. Sicherheit. Das ABS-Prinzip beschreibt sehr genau, was ein gutes Klärungsgespräch ausmacht – und warum so viele Gespräche scheitern, obwohl alle Beteiligten es gut meinten.
Autonomie bedeutet, dass die Beteiligten sich als eigenständige Personen mit eigener Wahrnehmung erleben. Niemand wird in eine Schublade gesteckt. Niemand wird zur Zustimmung gedrängt. Niemand muss sich verbiegen, um den Gesprächsverlauf erträglich zu halten.
In einer Praxis oder Klinik mit klaren Hierarchien ist genau das die größte Herausforderung. Wenn die Praxisinhaberin, der Oberarzt oder die Pflegedienstleitung das Gespräch eröffnet, hängt die psychologische Sicherheit der anderen Seite ganz wesentlich davon ab, ob sie sich zu einer eigenen Sichtweise einladen oder zu einer vorgefertigten Antwort drängen lässt. Der Unterschied liegt nicht in den Worten. Er liegt im inneren Zustand der Führungskraft. Bin ich wirklich offen für eine andere Wahrnehmung? Oder will ich am Ende nur, dass die andere Seite versteht, dass ich recht habe?
Beziehung bedeutet, dass der Mensch mir wichtig bleibt, auch wenn ich etwas Schwieriges anspreche. Ich attackiere nicht die Person. Ich beschreibe, was ich wahrnehme und was es mit mir macht. Die Beziehung trägt durch das Gespräch hindurch – nicht obwohl, sondern weil etwas Schwieriges benannt wird.
George Kohlrieser, Verhandlungspsychologe und ehemaliger Geiselverhandler, hat dafür ein Bild geprägt, das mich seit Jahren begleitet: den sicheren Hafen. Erst wenn ein Mensch sich gehalten weiß, wagt er den Aufbruch. Wenn ich vor einem schwierigen Gespräch das Gefühl habe, dass meine Führungskraft mich nicht fallen lässt – auch wenn sie etwas anspricht, das wehtut –, kann ich zuhören. Wenn ich dieses Gefühl nicht habe, wird mein Gehirn alles tun, um sich zu verteidigen.
Sicherheit bedeutet, dass beide Seiten wissen, woran sie sind. Das Gespräch hat einen klaren Rahmen. Einen Anlass. Eine Absicht. Es ist nicht der Moment für eine Generalabrechnung, in der alles, was sich über Monate angestaut hat, auf einmal auf den Tisch kommt. Es ist ein Gespräch über einen konkreten Punkt, der bearbeitet werden soll.
Im hektischen Praxisalltag bedeutet das ganz handfest: einen Termin setzen, nicht zwischen Tür und Angel. Einen ruhigen Raum wählen, nicht den Sterilisationsraum oder das Behandlungszimmer mit der nächsten Patientin schon im Wartebereich. Ein Zeitfenster schützen, das nicht in dem Moment endet, in dem das Gespräch erst richtig anfängt.
Wenn diese drei Säulen tragen, geschieht etwas Bemerkenswertes. Aus dem gefürchteten Konfrontationsgespräch wird ein Klärungsgespräch. Und das fühlt sich am Ende für alle Beteiligten leichter an als die Wochen davor. Beide gehen verändert aus dem Raum. Verbundener, nicht entfernter. Sicherer, nicht verunsicherter. Und das ist keine Esoterik. Das ist die natürliche Folge davon, wenn das Gehirn nicht im Verteidigungsmodus war.
Der ehrliche Test
Es gibt einen einfachen Test, den ich Führungskräften gerne mitgebe, wenn sie spüren, dass eine Spannung im Raum steht. Du kannst ihn jederzeit machen. Er dauert dreißig Sekunden.
Stell dir vor, du blickst in vier Wochen auf den heutigen Tag zurück. Drei einfache Fragen:
Was wird sich verändert haben, wenn ich heute schweige?
Was wird sich verändert haben, wenn ich heute spreche?
Welche der beiden Varianten kann ich vor mir selbst verantworten?
Du brauchst dir die Antwort nicht abzuringen. Sie kommt von allein. Und sie ist fast immer dieselbe.
Die Erfahrung aus Hunderten von Praxen, MVZ und Klinikteams ist eindeutig. Fast nie bereut jemand, dass ein Gespräch zu früh geführt wurde. Fast immer wird bedauert, dass es zu spät kam.
Was hilft, ist konkret und unspektakulär.
Eine Spannung ehrlich zu benennen, statt sie umzudeuten. „Ich habe den Eindruck, dass zwischen uns etwas im Raum steht – können wir uns dazu in Ruhe austauschen?“ ist ein guter erster Satz. Er ist nicht anklagend. Er ist nicht bagatellisierend. Er ist einfach ehrlich. Und Ehrlichkeit ist im Gespräch das, was Sauerstoff im Behandlungsraum ist.
Den richtigen Rahmen zu wählen. Ein eigenes Gespräch in ruhiger Umgebung. Nicht im Vorbeigehen am Tresen. Nicht im Teammeeting, vor allen anderen. Nicht in der Tür zum Behandlungszimmer. Wer den Rahmen ehrt, ehrt das Gespräch. Und wer das Gespräch ehrt, ehrt den Menschen, mit dem er es führt.
Wichtig – hier gibt es eine goldene Regel: das eigene Erleben in den Mittelpunkt zu stellen, bevor man Vermutungen über das Gegenüber äußert. „Mir ist aufgefallen, dass…“ ist tragfähiger als „Du hast immer…“. Der Unterschied wirkt klein. In der Wirkung ist er gewaltig. Der erste Satz öffnet einen Raum. Der zweite verschließt ihn.
Und schließlich: dem Gespräch Zeit zu geben. Klärung passiert selten in fünf Minuten. Aber ein Gespräch von dreißig bis sechzig Minuten kann Wochen oder Monate vergiftete Stimmung auflösen. Damit spart es weit mehr Energie, als es kostet. Es ist die wahrscheinlich rentabelste Stunde, die du als Führungskraft in deinem Monat investieren kannst.
Werteorientiert führen heißt: ansprechen, was dran ist
Wir reden viel über Führung in diesen Zeiten. Über agile Methoden. Über New Work. Über Mitarbeiterbindung. Über die nächste Generation. Über Fachkräftemangel. Und das alles ist wichtig.
Doch unter all diesen Themen liegt eine schlichte Wahrheit, die kein Modell und kein Methodenkoffer ersetzen kann. Führung beginnt nicht in den großen Strategieentscheidungen. Sie beginnt in dem unscheinbaren Moment, in dem du eine Spannung wahrnimmst – und dich entscheidest, ob du das Gespräch suchst oder darüber hinweg siehst.
Werteorientierte Führung ist kein Konzept für Sonntagsreden. Sie ist die Summe vieler kleiner, konkreter, oft unbequemer Entscheidungen. Die Entscheidung, hinzuschauen, wo es einfacher wäre, wegzusehen. Die Entscheidung, anzusprechen, was dran ist, auch wenn es heute mehr kostet, als es schweigen würde. Die Entscheidung, dem Menschen vor dir die Würde zu geben, mit dir auf Augenhöhe um eine schwierige Wahrheit zu ringen.
Genau das ist es, was deine Mitarbeitenden meinen, wenn sie sagen, dass sie sich eine Führung wünschen, die „echt“ ist. Sie meinen nicht Coolness. Nicht Präsenz im klassischen Sinn. Nicht das nächste Charisma-Seminar. Sie meinen das hier. Diesen Mut, das auszusprechen, was alle spüren. Diese Bereitschaft, im Konflikt nicht aus der Beziehung zu fliehen. Diese innere Klarheit, die sagt: Wir gehen das an, weil du/ihr es mir wert seid.
Und das vielleicht Wichtigste: Du wirst es nie perfekt machen. Du wirst Sätze sagen, die im Nachhinein anders besser gewesen wären. Du wirst Momente haben, in denen du selbst zu emotional bist, um klar zu führen. Du wirst Gespräche erleben, die dich nachdenklich nach Hause schicken. Das ist nicht das Scheitern der wertorientierten Führung. Das ist sie selbst.
Denn am Ende geht es nicht darum, dass alles glatt läuft. Es geht darum, dass die Menschen, die mit dir arbeiten, das tiefe Vertrauen entwickeln, dass du dich der Wahrheit nicht entziehst. Dass sie wissen: Wenn etwas zwischen uns steht, wird es ausgesprochen. Nicht im Affekt. Nicht aus dem Hinterhalt. Sondern in einem Rahmen, in dem alle Beteiligten ihre Würde behalten.
Das ist der Unterschied zwischen guter und wertorientierter Führung. Und zwischen einem Team, das funktioniert, und einem, das wirklich trägt.
Ein Unterschied, der nicht in großen Gesten liegt, sondern in deiner Bereitschaft, Worte zu finden, wo Schweigen leichter wäre.
Ich freue mich über den Austausch – denn Führung lebt vom Gespräch. Melde dich gerne unter info@monika-kruse.de oder besuche mich auf www.monika-kruse.de
Monika Kruse – mentoring.auf.kurs